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Bindegewebsmassage- Zonen, Technik und Ausbildung

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Bindegewebsmassage

Bindegewebsmassage- Zonen, Technik und Ausbildung

Die Bindegewebsmassage (auch: Subkutane Reflextherapie) ist auf den ersten Blick eine recht außergewöhnliche Behandlungsform. Nicht die Bearbeitung verspannter Muskeln steht hier im Vordergrund, sondern die genau definierte Behandlung der subkutanen Hautschichten. Durch diese gezielte Technik sollen jedoch auch Störungszustände des gesamten Organismus, von wuchernden Narben bis hin zu heftigen Schmerzen, behoben werden. Die Bindegewebsmassage zählte somit ursprünglich zu den alternativen Heilmethoden, denen ein ganzheitliches Menschenbild zu Grunde liegt und welche insbesondere von den traditionellen Wissenschaften und der Medizin kritisch begutachtet wurden. Auf Grund der enormen Erfolge und Effekte, die diese Behandlung bei ihren Patienten haben kann, wurde die Bindegewebsmassage jedoch relativ schnell anerkannt und in klassische Behandlungstherapien eingebettet. So gibt es heute kaum eine physiotherapeutische bzw. krankengymnastische Praxis, die diese Massageform nicht in ihrem Repertoire aufgenommen hätte. Die Bindegewebsmassage ist also im Gegensatz zu reinen Wellnessbehandlungen Beides: Zum Einen soll hiermit ein gesundheitsfördernder sowie -unterstützender Effekt erzielt werden, zum Anderen führt die relativ schnelle Wirkung auch zu einem allgemein gesteigerten Wohlbefinden, weil Schmerzzustände und andere Beschwerden behoben werden. Sie ist deshalb eine gleichzeitig angenehme bis entspannende Behandlung, die gleichzeitig zu tiefgreifenden Ergebnissen führen kann. Eine weitere Besonderheit der Bindegewebsmassage: Sie dient nicht nur der Behandlung von Beschwerden, sondern auch der Diagnose dieser. So steht am Anfang einer jeden Behandlung, welche in der Regel aus mehreren Sitzungen bestehen sollte, die Diagnose des Bindegewebes durch einen erfahrenen Massagetherapeuten. So mancher Patient mit diffusen Beschwerden hat so ein ganz spezifisches Bild darüber erhalten, welche Regionen des Körpers beeinträchtigt sind und welche demnach behandelt werden können.


Geschichte und Entstehung: Von Elisabeth Dicke zum heutigen Patienten

Die Geschichte der Bindegewebsmassage ist, im Gegensatz zu vielen anderen Massageformen, gut und eindeutig rückführbar: Ihren Ursprung hat diese Massagetechnik in den 20er Jahren, wo die ehemalige Krankenschwester Elisabeth Dicke zunächst ihre eigenen Beschwerden zu lindern versuchte. Ihr Handeln war geprägt durch ein ganzheitliches Menschenbild, nach dem sich Krankheiten nicht nur an einem Ort, sondern an mehreren Stellen im Körper manifestieren und demnach auch über verschiedene Wege zu heilen seien. So erging es auch Frau Elisabeth Dicke selbst: Der Geschichte nach litt sie an verschiedenen Taubheitssymptomen an einem Bein, ausgelöst durch eine Behinderung. Diese gingen so weit, dass eine Amputation des kranken Beines als medizinisch unvermeidbar angesehen wurde. Was keiner geglaubt hatte, stellte sich bald jedoch als äußerst wirksam heraus: Die Krankenschwester entwickelte eine Methode, bei der sie selbst mit intensivem Druck das eigene Becken sowie Kreuzbein bearbeitete (über das umgebende Bindegewebe). In der Folge besserten sich ihre Beschwerden zunehmend, bis sie ihr Bein wieder spüren konnte. Begeistert von dem Erfolg und von der Idee, diese so einfache wie effektive Methode auch anderen Menschen zugänglich zu machen, entwickelte Elisabeth Dicke aus diesen ersten Erkenntissen die sogenannte Bindegewebsmassage. Interessant ist, dass auch bei dieser streng aufgebauten Methode die Bearbeitung der Beckenregion zu Beginn einer jeden Behandlung steht - ganz so, wie Elisabeth Dicke selbst die ersten Erfolge erzielen konnte. Die Bearbeitung der Beckenregion wird heute als "Kleiner Aufbau" bezeichnet und sollte immer den ersten Behandlungsschritt darstellen. Im Laufe der Zeit wurde die Methode immer weiter verfeinert und mit einem klaren Aufbau versehen, wobei sich an der Grundannahme Dickens nichts geändert hatte: Nach ihrer Auffassung, welche die Basis auch für die heutige Bindegewebsmassage darstellt, führen Störungen und Erkrankungen der Organe zu Spannungszuständen im umgebenden Bindegewebe (subkutane Hautschichten). Diese Spannungszustände sind behandelbar , was dann wiederum für eine Auflösung der eigentlichen Beschwerde führen kann. Heute wird die Bindegewebsmassage daher für unterschiedlichste Beschwerden eingesetzt, von der sogenannten Narbenentstörung bis zur Behandlung von Schmerzzuständen.


Anwendung und Technik der Bindegewebsmassage: Strenger Ablauf mit großer Wirkung

Weil es sich bei der Bindegewebsmassage um eine hochwirksame Behandlungsmethode handelt, sollte sie ausschließlich von ausgebildeten TherapeutInnen bzw. MasseurInnen ausgeführt werden. Eine Zusatzausbildung in der Bindegewebsmassage sollte in der Physiotherapie- oder Massagepraxis der Wahl daher immer vorhanden sein. Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich bei dieser Behandlung um eine recht komplexe Methode, welche mehrere Aufbaustufen kennt und einen klaren Ablauf fordert: Bei der ersten Behandlung steht die Diagnose des Massagetherapeuten, welcher durch Tasten und Fühlen, aber auch durch die Befragung des Patienten eine erste Übersicht erhält. Hierbei wird das subkutane Bindegewebe genauestens erfasst, wodurch sich verschiedene Aussagen über Wassergehalt des Bindegewebes, Störungen wie Knötchen und Gewebeansammlungen (beispielsweise Narben) sowie Spannungszustände machen lassen. An Hand dieser Aussagen und mit Berücksichtigung der individuellen Beschwerden kann dann ein Behandlungsplan erstellt werden. Dieser umfasst immer mehrere Sitzungen in nicht allzu großen zeitlichen Abständen, wobei eine Behandlung zwischen etwa 15 Minuten und einer halben Stunde dauern kann. Bei Bedarf kann die Bindegewebsmassage auch länger ausgeführt werden. Der Ausgleich der Spannunszustände geschieht anschließend durch eine Art Reiztherapie, bei welcher das Bindegewebe durch spezielle Massagegriffe absichtlich gereizt und somit stärker durchblutet wird. Es kommt zu einem Spannungsausgleich innerhalb der Muskulatur sowie innerhalb der untersten Hautschichten. Diese Reizung kann mitunter ziepen oder sogar schmerzhaft sein, ist dann jedoch in der Regel auch sehr effektiv. Insgesamt orientiert sich die Bindegewebsbehandlung an einem klaren Ablauf, welcher für die ersten Sitzungen den "Kleinen Aufbau" mit der vorrangigen Behandlung der Beckenregion vorsieht. Erst allmälich können dann der "Große Aufbau" im Rückenbereich sowie die Behandlung des Bindegewebes im Bauchraum hinzukommen. Wirkung und Effekte einer solchen fundierten Bindegewebsmassage können bei jedem Patienten unterschiedlich sein. Allein durch die lokale Durchblutungssteigerung sowie die Auflösung von Spannungszuständen im Binde- sowie Muskelgewebe kann eine echte Steigerung des Wohlbefindes sowie Linderung bestimmter Schmerzformen erreicht werden. Darüber hinaus soll die Bindegewebsmassage aber auch die betroffenen Organe beschwerdefrei machen bzw. deren Beschwerden lindern. Eine solche Wirkung wurde von vielen Anwendern bestätigt, ist jedoch medizinisch umstritten. In jedem Fall sorgt die Bindegewebsmassage für eine subjektive Besserung vieler Beschwerden. Zu den Anwendungsgebieten gehören dabei unter Anderem Schmerzzustände wie Migräne oder Menstruationsbeschwerden, Gelenkschmerzen wie Rheuma und Arthrose, verschiedene Durchblutungsstörungen (sofern diese nicht krankhaft sind) sowie verschiedene Beschwerden der Inneren Organe, welche auf eine vorrangegangene Entzündung zurückzuführen sind.

 

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